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15.02.2012

Schweiz schneidet bei Integration von MigrantInnen mangelhaft ab


Im Bericht der OECD über die Integration von MigrantInnen und deren Kinder auf dem Arbeitsmarkt hat die Schweiz zum grössten Teil gut abgeschnitten. Die Schweiz weist vergleichsweise einen hohen Anteil an MigrantInnen auf; dreiviertel von ihnen sind erwerbstätig, mehr als in jedem andern OECD-Land.Trotz einem insgesamt positiven Bild bleibe die Integrationspolitik der Schweiz in vielerlei Hinsicht hinter dem zurück, was in anderen OECD-Ländern geleistet werde.

 

In der Frühschulförderung bestehen laut dem Bericht der OECD grosse Lücken, sie sei in der Schweiz sogar „stark unterentwickelt“. Diese mangelnde Förderung sei der Grund dafür, dass Kinder von ImmigrantInnen mit tiefem Bildungsniveau in der Schule schlecht abschneiden. Eine gezielte frühkindliche Förderung würde die Startchancen beim Schulleintritt ausgleichen.

 

Schlecht fällt die Bewertung auch bei den Massnahmen gegen Diskriminierung aus. Die Autoren verweisen auf Untersuchungen, die zeigen, dass Personen mit Migrationshintergrund bei vergleichbarer Qualifikation fünfmal mehr Bewerbungen schreiben müssen, um zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Der institutionelle Rahmen zur Verhütung von Diskriminierung sei «dringend» zu verstärken, empfiehlt die OECD.

 

Ein weiterer Kritikpunkt sind die hohen Hürden die MigrantInnen auf dem Weg zur Einbürgerungen zu überwinden haben. Gemäss dem Bericht ist die Schweiz das einzige OECD-Land, welches einen Aufenthalt von 12 Jahren in der Schweiz voraussetzt, um die Staatsbürgerschaft zu beantragen. Weiter wird auch das komplexe Verfahren, das auf kommunaler-, kantonaler- und auf Bundesebene durchlaufen werden muss, von der OECD bemängelt.

 

Der Bund fühlt sich durch den Bericht, in seinen eigenen Analysen zum grössten Teil bestätigt. Er ist bereit, die Empfehlungen entgegenzunehmen und Massnahmen zu ergreifen. Durch die Revision des Ausländergesetzes soll der Integration mehr Gewicht verliehen werden. Ein wichtiger Aspekt stelle dabei die Integrationsvereinbarung dar (Quellen: SDA; Bericht OECD).

 

 

 

Wie auch die Eidgenössische Kommission für Migrationfragen EKM (vgl. Medieninformation vom 13.02.2012) steht die Schweizerische Beobachtungsstelle dem Einsatz von Integrationsvereinbarungen skeptisch gegenüber. Solche Vereinbarungen werden bereits in verschiedenen Kantonen angewendet. Da die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von der Erfüllung einer solchen Integrationsvereinbarung abhängig gemacht werden kann, erhält diese einen strafenden Charakter, der für eine erfolgreiche Integration wenig förderlich scheint. Unserer Meinung nach sollten inskünftig eher frühzeitig und individuell abgestimmte Sprach- und Integrationsangebote gefördert werden.


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