Über unsFalldokumentationenBerichteAktuellesMedienUns unterstützenLinks
 

«DAS HIER IST MEIN GANZES LEBEN»

Dreizehn abgewiesene Asylsuchende legen in Gesprächen Zeugnis ab von ihrem alltäglichen Leben. Alle leben sie in einer Art «geregelten Illegalität»:
Sie haben keine Aufenthaltsbewilligung, sie dürfen nicht arbeiten, sie erhalten keine Sozialhilfe. Sie leben eine prekäre Existenz in der Nothilfe.

 

Heraugegeben von der Beobachtungsstelle für Asyl und Ausländerrecht Ostschweiz und dem Solidaritätsnetz Ostschweiz

Position:   Aktuelles

Nothilfe - eine Sackgasse für alle

Die Bundesverfassung garantiert allen Menschen in unserem Land, die in Schwierigkeiten geraten, Hilfe in der Not. Mit dieser minimalen Hilfe soll die Würde des Menschen geschützt werden. Doch ausgerechnet mit der Nothilfe wird die Würde des Menschen regelmässig verletzt. Seit einigen Jahren dient ein Nothilfe-Regime dazu, abgewiesene Asylsuchende möglichst rasch aus der Schweiz zu vertreiben. Mit abgelegenen und zum Teil tagsüber geschlossenen Unterkünften, einem minimalen Betrag von 6 bis 12 Franken fürs tägliche Überleben und bürokratischen Schikanen werden diese Menschen sozial isoliert.

 

Die Hoffnungslosigkeit ist gewollt und das Elend somit künstlich geschaffen. Rund 5800 Personen leben teilweise während Monaten oder Jahren unter diesen prekären Bedingungen. Die einen, weil ihnen die Papiere für die Rückkehr ins Heimatland fehlen, andere aus Angst vor dem, was sie zu Hause erwarten würde.

 

Das Nothilfe-Regime ist eine Sackgasse für alle. Für den Staat, der mit viel Aufwand die Ziele nicht erreicht. Für die Betroffenen, die keinen Ausweg aus der Nothilfe finden. Für den Rechtsstaat, der die Menschenrechte verletzt.

 

Die Missstände im schweizerischen Nothilfe-System haben Amnesty International, die Schweizerische Flüchtlingshilfe, Solidarité sans frontières und die Schweizerische Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht veranlasst, eine gemeinsame Kampagne zum menschenunwürdigen Nothilfe-Regime durchzuführen. Die Kampagne startet am 3. Februar und Endet Mitte Oktober 2011.

Über unsFalldokumentationenBerichteAktuellesMedienUns unterstützenLinks